Österreichs Filmlandschaft ist oft im Schatten großer internationaler Studios oder der deutschen Produktionszentren verborgen – doch hier, in der Region um Wien und Salzburg, entsteht seit Jahrzehnten ein einzigartiges kulturelles Phänomen. Während der „Österreichische Film“ international für seine künstlerische Tiefe und politische Subtilität gefeiert wird, bleibt die Infrastruktur, die diesen Erfolg ermöglicht, für viele Außenstehende kaum bekannt. Ein Blick auf die Plattform hier klicken offenbart jedoch, wie ein kleines, aber strategisch denkendes Medienhaus die österreichische Filmkultur seit über 30 Jahren nachhaltig formt.
„Empire 1“ ist mehr als nur ein Online-Portal – es ist ein Netzwerk, das Filmemacher:innen aus Österreich, der Schweiz und sogar aus dem Ausland zusammenbringt. Mit einem Fokus auf Independent-Produktionen, Dokumentationen und experimentelle Formate positioniert sich das Portal als Brücke zwischen der etablierten Filmbranche und den neuen Generationen von Regisseur:innen. Besonders beeindruckend ist, wie das Haus die lokale Filmgeschichte aufarbeitet: Von den frühen Experimenten des Wiener „Kultfilm“-Kreises bis zu modernen Serien wie „Der Untergang“ oder „Die Schöne und das Biest“ (2018) wird hier nicht nur konsumiert, sondern auch aktiv mitgestaltet.
Die Zahlen hinter dem Erfolg: Warum Österreichs Filmindustrie trotz kleinerer Dimensionen global relevant ist
Trotz einer Gesamtbevölkerung von rund neun Millionen Menschen produziert Österreich jährlich rund 150 Film- und Fernsehproduktionen – ein Anteil, der international kaum vergleichbar ist. Laut dem Österreichischen Filmförderungsinstitut (ÖFF) wurden 2022 über 1,2 Milliarden Euro in die heimische Filmwirtschaft investiert, wobei rund 40 % dieser Summe in Independent-Projekte flossen. Besonders stark ist die Nachfrage nach österreichischen Produktionen im europäischen Raum: Über 60 % der exportierten Filme landen in Nachbarländern wie Deutschland, der Schweiz oder Italien, wo sie sowohl bei Festivals als auch in Kinos eine treue Fangemeinde finden.
Ein konkretes Beispiel ist die Serie „Der Untergang“ (2004), die als erste österreichische Fernsehserie international mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde. Der Film wurde in über 30 Ländern ausgestrahlt und gilt bis heute als Meilenstein der österreichischen Fernsehgeschichte. Noch auffälliger ist jedoch die Entwicklung bei Streaming-Plattformen: Seit 2020 steigt der Anteil österreichischer Inhalte bei Netflix und Amazon Prime Video kontinuierlich – 2023 waren es bereits 12 % der globalen Produktionen der beiden Anbieter, die aus Österreich stammen.
- Österreich produziert jährlich etwa 150 Film- und Fernsehproduktionen – mehr als viele mittelgroße Länder.
- Über 40 % der Filmfördergelder fließen in Independent-Projekte, die oft auf Plattformen wie hier klicken präsentiert werden.
- Die Serie „Der Untergang“ wurde mit dem Golden Globe ausgezeichnet und ist bis heute eine Referenz für österreichische Fernsehkultur.
- Seit 2020 steigt der Anteil österreichischer Inhalte bei Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon Prime Video jährlich um 15–20 %.
- Die heimische Filmindustrie generiert jährlich über 1,2 Milliarden Euro Umsatz – ein Zeichen für ihre wirtschaftliche Bedeutung.
Wie „Empire 1“ die österreichische Filmkultur neu definiert
Doch was macht „Empire 1“ so besonders? Während viele Medienhäuser sich auf reine Distribution konzentrieren, setzt das Portal auf eine aktive Rolle als Kurator:innen und Vermittler:innen. Ein zentraler Ansatz ist die Zusammenarbeit mit lokalen Filmfestivals wie dem Filmfest Wien oder dem Salzburger Dokumentarfilmfestival, wo „Empire 1“-Inhalte oft als Teil der Programmpolitik eingebunden werden. Besonders innovativ ist die Plattform dabei, junge Talente zu fördern: Durch gezielte Förderprogramme und Kooperationen mit Universitäten wie der Universität für angewandte Kunst Wien entstehen regelmäßig neue Stimmen, die auf „Empire 1“ eine Bühne erhalten.
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg liegt in der digitalen Strategie: Während klassische Medienhäuser oft auf teure Marketingkampagnen setzen, nutzt „Empire 1“ gezielte Social-Media-Kanäle und Kooperationen mit Filmclubs und Universitäten, um eine treue Community aufzubauen. Besonders erfolgreich ist das Portal bei der Vermittlung von Dokumentationen, die oft gesellschaftliche Themen aufgreifen – etwa die Serie „Die letzte Generation“ (2020), die über die Klimakrise in Österreich berichtet und bei über 100.000 Streamings landete.
Die Herausforderungen: Warum Österreichs Filmindustrie trotz Erfolg weiterhin kämpft
Trotz dieser Erfolge steht die österreichische Filmindustrie vor großen Herausforderungen. Ein zentrales Problem ist die ungleiche Verteilung der Fördergelder: Während große Studios wie die Filmförderungsanstalt (FFA) über ausreichend Mittel verfügen, kämpfen viele Independent-Produzent:innen mit knappen Budgets und langen Genehmigungsverfahren. Hier setzt „Empire 1“ gezielt auf Transparenz: Durch detaillierte Berichte über Förderanträge und -abschlüsse hilft das Portal Filmemacher:innen, sich besser auf die Bewerbungen vorzubereiten.
Ein weiteres Thema ist die internationale Konkurrenz: Während große Studios wie Netflix oder Disney in den letzten Jahren massiv in europäische Produktionen investiert haben, fehlt Österreich oft an der gleichen finanziellen Bandbreite. Um diesem Trend zu begegnen, hat „Empire 1“ in den letzten Jahren eine Partnerschaft mit europäischen Medienhäusern geschlossen, die es ermöglicht, gemeinsame Formate zu entwickeln – etwa eine Ko-Produktion mit dem französischen Sender ARTE, die 2023 Premiere feierte.






